Gemütlich entspannen im Park…

Gutgelaunt trotz dürrem Gras: Im Park mit TZH.

Gutgelaunt trotz dürrem Gras: Im Park mit TZH.

Aktuell stehen, sitzen und liegen der Teilzeithund und ich (TZH) jeden Tag im Dreck: Berliner Sandboden und ein bisschen Stroh, garniert mit Zigarettenkippen, Kronkorken und Eisverpackungen. Ich wohne in der Berliner Innenstadt, in einer als attraktiv bekannten Gegend. Mir gefällt es hier besser als irgendwo anders. Das große Manko unseres Kiezes jedoch ist der Mangel an Grünflächen. Friedrichshain und Kreuzberg haben eine Vergangenheit als arme Arbeiterbezirke; herrschaftliche Parkanlagen hatten da keinen Platz. Inzwischen wäre mehr als genug Gelegenheit gewesen, daran etwas zu ändern. Noch vor etwa zehn Jahren prägten Baulücken das Friedrichshainer Stadtbild, zahllose öffentliche Grünflächen hätten entstehen können. Hätten. Können. Tatsächlich wurden sie sukzessive zugebaut.

Immer mehr Menschen ziehen in einen Kiez, der schon traditionell kaum Parks hatte. Statistisch stehen uns hier pro Person sieben Quadratmeter öffentliches Grün zur Verfügung. Das ist der kleinste Schlüssel in ganz Berlin. Fast jeder meiner Nachbarn nutzt seine Portion Grünfläche zudem intensiv, denn ganz überwiegend wohnen wir in mehrstöckigen Altbauten ohne private Gärten. Im Park sitzen wir dann im Dreck: Jeder Grashalm wird täglich von unzähligen Füßen niedergetrampelt, von Hunden angepinkelt und mit Grillkohle verbrannt.

TZHs anderer Mensch ist vor einigen Monaten in eine Gegend von Berlin gezogen, die weit weniger beliebt ist als meine. Es gibt nicht so viele schöne Cafés und originelle Kinos wie bei mir um die Ecke, und statt stilvollen Altbauten dominieren die architektonischen Verbrechen der 1970er Jahre das Straßenbild. Allerdings ist die neue Wohnung von Parks umgeben. Parks, die nicht vollständig übernutzt sind und in denen Mensch und Hund auf weichen Rasenflächen sitzen können. Ob TZH diesen Luxus vermisst, wenn sie bei mir ist? Vermutlich nicht. Im Berliner Sandboden wälzt sie sich gern und genießt es, den Dreck anschließend in meiner Wohnung zu verteilen. Der Müll riecht für sie hochinteressant … und wie köstlich duftet erst die benutzte, mit Fleischsaft getränkte Grillkohle! Ich muss versuchen, meine Perspektive zu ändern.

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