Mehr ist mehr: TZH und die Kunst der Inneneinrichtung

Vor einigen Tagen wurde ich von einer Radioreporterin zum Thema Dogsharing interviewt. (Ich melde mich, wenn das Interview gesendet wird.) Sie fragte u.a., wie der Teilzeithund (TZH) mit dem Wechsel von einem ihrer Menschen zum anderen umgeht. TZH stürzt normalerweise aufgeregt in die Wohnung, ignoriert die Anwesenden und inspiziert erst einmal alle Zimmer. Vermutlich, um zu überprüfen, ob wir irgendwelchen Unsinn angestellt haben, wie beispielsweise schon wieder heimlich ihre Decken zu waschen. Häufig findet sie dabei einen Keks als kleines Begrüßungsgeschenk. Hat sie den verzehrt, schaut sie in Ruhe nach, ob ihr Spielzeug auch hübsch arrangiert und vollzählig ist. Erst danach hat sie Zeit für irgendwelche Zweibeiner. Nachdem sich TZHs Begleitung der Vorwoche dann verabschiedet hat, wirkt der Hund etwa eine Viertelstunde noch etwas unruhig. Danach ist erst einmal Zeit für ein Nickerchen, und wenn sie sich ausgeruht hat, ist TZH gleich wieder ganz und gar daheim.

Nach getaner Arbeit genießt TZH einen ruhigen Abend.

Nach getaner Arbeit genießt TZH einen ruhigen Abend.

Am ersten Abend bei einer von uns aber, das hatte ich vergessen, der netten Reporterin zu erzählen, scheut der Hund auch ein bisschen Arbeit nicht. TZH hat mich heute Abend eindrücklich daran erinnert. Denn ihre Vorstellungen von einer gemütlichen Wohnung weichen deutlich von unseren ab. Ist der Hund nicht da, leben wir mit sauberen, leeren Fußböden. Dieser stillosen, klinischen Ästhetik kann TZH nichts abgewinnen. Im Laufe des Abends drückt der pelzige Schöngeist unserem Zuhause wieder ihren Stempel auf. Analog zum Shabby Chic setzt TZH auf einen ungezwungenes und lässiges, scheinbar zufällig entstandenes Interieur: Ein Ball hier, ein paar Gummikrümel dort, großzügige Akzente mit der Plüschfüllung des Teddys. Dann noch ein kräftiger Hauch Berliner Sandboden… Und schon ist es vorbei mit dem sterilen Minimalismus!

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