Der Durchfall-GAU: TZH erlebt einen schlimmen Abend

Mittwochnachmittag rief mich der andere Mensch des Teilzeithundes (TZH) an: Von einem längeren Auslandsaufenthalt zurückgekehrt, wollte sie gern sofort den Hund abholen. Ich hätte nicht erleichterter sein können. Sie erlöste mich aus einer Zwickmühle: Einen Besuch bei einer Freundin im Krankenhaus absagen, weil der Hund krank ist? Wenn die Freundin mit dem Krebs kämpft und der Hund Durchfall hat? Nein! Ich wäre mir vorgekommen wie einer dieser seltsamen Menschen, denen der eigene Hund über alles geht – auch, beispielsweise, über die Rechte anderer Menschen, ungestört in der Sonne zu liegen oder einfach nicht besabbert werden zu wollen.

Keine Sorge! Sie lacht schon wieder.

Keine Sorge! Heute lacht sie schon darüber.

Trotzdem hätte ich TZH mit ihrem möglicherweise noch aufgebrachten Darm ungern allein gelassen. Schon in der Nacht zu Dienstag hatte sie mich wegen dringender Bedürfnisse mehrfach geweckt. Durchfall hat jeder Hund ab und zu, und meist erledigt sich das Problem in ein paar Stunden von allein. Tagsüber schien sich TZH bereits wieder ganz wohl zu fühlen. Unbesorgt ging ich folglich abends ohne den Hund zum Sport und danach ein Bier trinken. Als ich nach vier Stunden heimkehrte, stützte eine aufgeregte TZH an mir vorbei ins Treppenhaus. Dass sie dringend vor die Tür musste, war nicht zu übersehen: Zwei Durchfallpfützen in der Küche, eine im Wohnzimmer. Nach einer Runde mit dem Hund machte ich mich ans nächtliche Putzen (Praxistipp: Mülltüte bereitstellen, eine dicke Schicht Küchentücher auf die Pfütze werfen und damit aufheben, was kleben bleibt. Mit weiteren Küchentüchern nachwischen, dann mit Seifenwasser.) und die völlig verstörte TZH getröstet. Ein erwachsener, stubenreiner Hund fühlt sich nach einem solchen Größten Anzunehmenden Unfall ganz offensichtlich tiefbeschämt.

Die Nacht verlief ruhig. Am folgenden Tag konnte ich TZH zunächst überallhin mitnehmen. Sie wirkte, von immer noch etwas weichem Kot abgesehen, gesund. (Dass die Auseinandersetzung mit den Exkrementen eines Hundes je eine große Rolle in meinem Leben spielen würde, hätte ich nie vermutet – so kann eine Frau sich irren.) Ausgelassen tobte TZH beim Spiel im Park. Leider beruhigte mich das kaum – auch am Vortag hatte ich keine Probleme erwartet, bis ich nachts nach Hause kam… Ins Krankenhaus konnte ich kaum den Hund mitnehmen. Aber was tun? Einen Freund als Hundesitter verpflichten? Den Besuch im Krankenhaus absagen? Losziehen und das Beste hoffen? Letzteres erschien mir weder klug noch fair. Unklug, weil ich, man glaubt es kaum, ungern Flüssigkot vom Boden wische. Und unfair, weil TZH auf eine weitere Demütigung gut verzichten konnte. Dann klingelte das Telefon… Wie schön ist es doch, dass TZH nicht mein, sondern unser Hund ist!

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