Berliner Hundeprofis und faule Schlampen

Der TZH (Teilzeithund) und ich leben in einem Kiez voller Hundeexperten – man kann keinen Stein werfen, ohne einen kleinen Cesar Millan zu treffen. Und manchmal fällt es mir richtig schwer keinen Stein zu werfen. Viele Bezugspersonen von Hunden disktutieren mit glühender Leidenschaft das einzig wahre Hundeleben. Wie schön, dass TZHs anderer Mensch und ich von Anfang an sehr ähnliche Vorstellungen vom Alltag mit Hund hatten. An potentiellen Konfliktthemen würde es nicht mangeln. Zur Illustration hier drei Thesen, die mir in den letzten Tagen mit großer emotionaler Wucht nahegebracht wurden.

Immer dieses Gerede! TZH beruhigt sich mit Yoga.

Zuviel Gerede! TZH beruhigt sich mit Yoga.

These 1: Wer seinen Hund liebt, barft. TZHs anderer Mensch und ich vergiften den Hund mit Trockenfutter, ab und zu etwas frischem Fleisch und Leckereien wie Schweineohren. Wir sind beide verantwortungslose, geizige Schlampen, die der armen TZH drei tägliche Frischfleischmahlzeiten mit extra für sie gedünstetem Gemüse und gekochtem Getreide verweigern.

These 2: Unser Hund akzeptiert uns nicht als Alphatier. Denn TZH kläfft andere Hunde an, falls diese von uns gern hinter den Ohren gekrault werden möchten. Laut einem Experten, den ich vorgestern traf, ist das sehr beunruhigend. Der Hund sei nicht etwa eifersüchtig, sondern unsicher in Bezug auf die Rangordnung und verteidige uns als „ihre Ressource“. Trotz des kleinen Vortrags werden TZHs anderer Mensch und ich wohl weiterhin achselzuckend „eifersüchtige kleine Zicke“ murmeln und das Gekläff ignorieren.

These 3: Wer seinem Hund ein Zeckenhalsband umbindet, gehört ausgepeitscht. Zeckenhalsbänder enthalten tatsächlich Giftstoffe; Zecken jedoch übertragen fiese Krankheiten. Soviel Zeit, den Hund von Frühjahr bis Herbst mehrfach täglich nach Zecken abzusuchen, müsse sein, mahnte ein mir bekannter Experten – dann ginge es auch ohne die gefährliche Chemie. Als egoistische Schlampen wollen TZHs anderer Mensch und ich aber einfach nicht jeden Tag zwei Stunden investieren, um den Hund ganz natürlich zeckenfrei zu halten. Auch da sind wir uns einig.

TZHs anderer Mensch und ich haben tatsächlich noch nie(!) darüber gestritten, wie sie versorgt und erzogen wird. Unglaublich, aber wahr. Da haben wir Glück gehabt. Und der Hund Pech? Trotz Trockenfutter, Zeckenhalsband und unserer Führungsschwäche ist sie fröhlich, gesund und benimmt sich in der Regel gut. Vielleicht steht sie einfach auf verantwortungslose, egoistische Schlampen?

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