Ein Mirakel im Garten: TZH besucht ein Pfingstkonzert

Über Pfingsten hat der Teilzeithund tapfer ein Konzert besucht. Natürlich schleppe ich den Hund nicht mit, wenn eine Punk-Band spielt: In einem Berliner Gemeinschaftsgarten fand Pfingstsonntag ein nettes Akustikkonzert der Band Mirakel  aus Stockholm statt – absolut unplugged, weil zum Einstöpseln im Garten keine Steckdosen da sind. Musik und Gesang sind für den Hund kein Problem, solange es nicht zu laut wird. Den Garten kennt sie gut und liebt ihn sehr – auch wenn es aus TZHs Sicht befremdlich ist, dass hier Menschen Löchern buddeln, sie aber davon abhalten. Spiele auf dem Rasen und offensichtlich hochinteressante Büsche versöhnen sie jedoch mit diesem bizarren Gehabe. Zudem liegt TZH sehr gern auf frisch umgegrabener Erde.

TZH beim Musikgenuss. Oder so.

TZH beim Musikgenuss. Oder so.

Was TZH jedoch unter extremen Stress setzt, ist Applaus. Letzten Sommer begleitete sie mich, als ich Freunden auf einem kleinen Open Air-Festival aushalf. Sobald das Programm begann, zitterte TZH und entfernte sich außer Sichtweite in den letzten Winkel des Geländes. (Und ja, ich war in Panik, als ich den Hund plötzlich nicht mehr sah – kurz, aber heftig!) Musik und die Artisten konnten wir von meiner Position hinter der Freiluft-Bar nur leise hören, aber das Händeklatschen ging TZH offensichtlich durch Mark und Bein. Ich war sehr verblüfft.  Generell bin ich dafür, einem Hund die Konfrontation mit seiner Angst zuzumuten, damit er mit Unterstützung lernt, mit furchteinflößenden Situationen umzugehen. Aber TZH lehnte sogar Hundekekse ab!!! Das mögen andere Hunde häufiger tun, aber TZH hat immer Hunger, das ist ein Naturgesetz. Als sie schließlich anfing zu hyperventilieren, habe ich sie heimgebracht. Ihre Panik schien enorm zu sein. Möglicherweise, weil das Geräusch einem Knall wie von einem Böller oder einem Schuss ähnelt, dem ewigen Horror meiner sensiblen Hündin?

Sonntag hatte ich beschlossen, einen zweiten Versuch zu wagen, TZH an Applaus zu gewöhnen. Denn TZH fühlt sich im Garten zuhause und kannte viele der Konzertbesucher; zudem war ich gut mit ihren Lieblingskeksen vorbereitet. Und meine tapfere Hündin wirkte einige Male zwar nervös, hat das Konzert aber gut überstanden, ohne zu hecheln, zu zittern oder sich von ihrer gemütlichen Decke zu entfernen. Auch die Kekse hat sie mit Genuss verschlungen. Die schwedische Band Mirakel konnte sich über eine aufmerksame Zuhörerin mehr freuen. Ich bin sehr stolz auf meinen wunderbaren TZH. Und ich muss auch noch mit ihr angeben. Als ein Herr mit einem geschmackvollen T-Shirt (Aufdruck „Scheißen ist Arbeit“ ) fast auf sie fiel, hat sie kaum mit den Ohrspitzen gezuckt – so etwas kann eben eine coole Berliner Hündin nicht erschüttern ;-).

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