Bissige Nachbarin: Vampirella schlägt erneut zu

Letzte Woche wurde der Teilzeithund brutal überfallen – in unserem eigenen Haus! Als wir nachts zur letzten Runde aufbrechen wollten, schoss eine Hündin wie ein Pfeil von der Straße in den Flur, kaum dass ich die Haustür eine Hundebreite weit aufgemacht hatte. Sie stürzte sich ohne jedes Zögern auf TZH und versuchte ihr an die Gurgel zu gehen. Sekundenbruchteile später folgte ihr Mensch und hatte alle Mühe, diese Irre von meinem armen Hund wegzuzerren. Das ist schon das zweite Mal, dass dieselbe Hündin versucht, TZH zu beißen. Die letzte Attacke fand etwa 100 Meter von unserem Haus entfernt um die Ecke statt, ganz kurz nach Silvester. Damals dachte ich, die gerissene Hündin spürt, dass TZH nicht auf der Höhe ist und nutzt deren Schwäche aus. Diese Verrückte, aus gegebenen Anlass nenne ich sie Vampirella, wohnt mit ihren Menschen im Vorderhaus eines Berliner Altbaus, TZH und ich haben unser Zuhause im Hinterhaus.

Um Haaresbreite fiel sie dem Vampir zum Opfer.

Um Haaresbreite Opfer der Vampirella: Erschreckt schaut TZH in die Nacht.

Die Hunde sind damit Nachbarinnen. Schon vor Monaten haben sie sich das erste Mal auf der Straße getroffen – nachdem beide vermutlich bereits lange Zeit über stragische Markierungen im Hof kommuniziert hatten. Vampirella ist fast zehn Jahre alt und sehr dominant. Im persönlichen Kontekt versetzte sie TZH sofort in Angst und Schrecken, und die signalisierte umgehend, dass die Klügere nachgibt und sie eben ein sehr intelligenter Hund ist. Normalerweise kehrt nach einer derartigen Auseinandersetzung Ruhe ein. Auf diese Art gelang es beispielsweise TZH und der Hündin Alpha den Frieden in unserem Büro zu bewahren. Aber im Gegensatz zu Alpha ist Vampirella ein Monster. Mir jedenfalls fällt keine andere Erklärung für ihr Verhalten ein. Am Morgen nach der letzten Attacke hatte TZH Angst, durch das Vorderhaus zu laufen – ich musste den armen Hund ein Stück sogar regelrecht tragen. (Tragen heißt im Fall meiner 23 Kilo schweren Hündin: Ich fasse sie unter den Brustkorb, hebe sie an und schiebe sie nach vorn. TZH schnauft dann immer empört, aber auf den Arm nehmen kann ich sie nicht.) Körperlich blieb TZH zum Glück unverletzt.

Ich bin sehr dankbar für TZHs schönes, dickes Fell. Ein kurzhaariger Hund wäre nicht beiden Angriffen ohne Bisswunden entkommen. Auf dem Hundeplatz habe ich schon häufiger gesehen, dass Hunde nach solchen Beißereien Narben davontragen. In unserem Fall trägt Vampirella vermutlich eine Schnauze voller Haare davon, die ihr hoffentlich die nächsten Stunden gründlich verderben. Vampirellas Mensch hat sich beide Mal bei uns entschuldigt und mit ihrer Hündin geschimpft – aber reicht das? Ich hatte noch nie einen bissigen Hund. Online habe ich ganz vernünftig klingende Tipps gefunden. Umsetzen müsste die jedoch meine Nachbarin. Die Erziehungsmethoden einer anderen Hundehalterin zu kritisieren, ist vermutlich der Garant für echten Ärger. Möglicherweise muss ich meinerseits auch mehr tun, als Vampirella brüllend von meinem Hund herunterzuziehen. Ich könnte sie mit einem Wasserstrahl erschrecken, wie der nette Herr Rütter es im Fernsehen immer vormacht. Etwas Besseres fällt mir aktuell nicht ein – falls also jemand in den Weiten des Internets einen guten Tipp hat: Bitte, bitte, her damit!

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4 Antworten zu Bissige Nachbarin: Vampirella schlägt erneut zu

  1. Harald schreibt:

    Bei Muttern ist vor einiger Zeit ein Kater in die Nachbarschaft gezogen. Er wurde im französichen Tierheim nur „Luzifer“ genannt. Dieser Kerl stürzt sich mit Vorliebe auf – ich nenne ihn mal Roosevelt – den Kater meiner Mutter. Mit erheblichen Folgen. Nach dem ersten Angriff, hatte der Kater einen ganzen Tag wimmernd auf dem Sofa gelegen und bewegte sich nicht mehr, blutete und war nur noch ein Häufchen Elend. R. lernt mit der Zeit sich zu verteidigen, aber als Sieger geht er nie aus dem Kampf. Meine Mutter hatte daraufhin eine ordentliche Wasserpistole, äh eine Wasser Pumpgun gekauft, die jetzt immer geladen und entsichert am Zaun hängt, einsatzbereit. Zumindest im Garten soll sich R. sicher fühlen. Da Katzen Wasser hassen klappt es ganz gut. Ich weiss: falsche Spezies. Aber dafür mit Bild!
    http://www.feinstoffliches.de/image/46669079958

  2. viridisconsul schreibt:

    Hallo, beide Hunde leben so zu sagen im selben Territorium, damit kann das Verhalten der anderen Hündin begründet sein, sie verteidigt „ihre“ Domäne gegen einen Eindringling. Ich glaube nicht an böse Hunde und auch nicht an gut oder schlecht erzogene Hunde. Manche Probleme kann man nur mit Erziehung angehen, wenn man ihnen begegnet. D.h. Deine Nachbarin ist nicht unbedingt eine schlechte Hundeführerin und ihr Hund auch nicht unbedingt böse, bissig oder falsch/schlecht erzogen. Nur keiner in der Situation, weder sie, Du oder die Hunde, kann auf entsprechende Vorerfahrung und Muster zugreifen. Eine Wasserpistole halte ich für eine Notfalllösung, auch das dazwischen gehen oder greifen muss vorsichtig geschehen. Da schnappt ein Hund schon ganz gern die Hand und weil dieser Reflex wirklich verbreitet ist, zahlen manche Tierversicherungen sogar nicht mehr. Was mir sinnvoll erscheint, ist mit der Besitzerin zu sprechen und zu fragen, ob sie bereit wäre, an dem Problem gemeinsam zu arbeiten. Wenn ja, ist schon viel gewonnen. Versucht euch dann auf einem neutralen Boden (Park in der Nähe?) zu treffen. Zunächst sollen beide Hunde angeleint bleiben und Fuß laufen. Jegliche Aggression muss konsequent korrigiert werden, aber Schreien und Stress soll möglichst vermieden werden. Sobald sie sich entspannen und woanders schauen, als einander, belohnen. Nach 2-3 gemeinsamen Spaziergängen, aber frühestens wenn die Hunde sich zumindest neutral (besser noch freudig) begrüßen, kann man sie unter vorsichtiger Beobachtung auf der Hundewiese spielen lassen. Du musst bis dahin das Vertrauen gewonnen haben, dass wenn die Hündin Deinen Hund dominiert, Du trotzdem entspannt bleiben kannst. Denn höchstwahrscheinlich wird „Vampirella“ die Führung beibehalten wollen und das kann manchmal etwas rau sein. Es wäre gut, Vampirella noch zur Sicherheit mit einer Schleppleine auszustatten, dann kann ihre Besitzerin sie leichter kontrollieren. Bis beide Hunde gut miteinander auskommen, sollte Deine Nachbarin ihren Hund in der Hausnähe angeleint ausführen – was eigentlich auch so gesetzlich geregelt ist (http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-verbraucherschutz/lesefassunghundegesetz.pdf). Hat sie das nicht bereits von selbst gemacht, bitte sie darum ausdrücklich. Funktioniert all das nicht bzw. könnt ihr ca. 50€ investieren, lasst euch doch von einem Hundetrainer beraten (höchstwahrscheinlich beim Spaziergang begleiten). Das finde ich ohnehin als den besten und effektivsten Weg zu einer nachhaltigen Konfliktlösung, denn nur ein Trainer wird alle Gründe für die Geschehnisse erkennen können. Im besten Fall gewinnst Du und Deine Hündin Freunde zum gemeinsamen Gassigehen!

    • teilzeithund schreibt:

      Vielen Dank für deine fundierte Antwort! Leider galube ich nicht, dass meine Nachbarin da viel Zeit investieren will. Aber von ein paar gemeinsamen Spaziergängen kann ich sie vielleicht überzeugen! Und natürlich hast du recht: „…sie verteidigt “ihre” Domäne gegen einen Eindringling. Ich glaube nicht an böse Hunde…“ Das denke ich auch. Aber unmittelbar nachdem ein anderer Hund meinen frühstücken will, reagiere ich eher emotional ;-).

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