Der Tiergarten im Schnee: Winterromantik und blutige Kulte

TZH hat sich ein Zweiglein ausgesucht.

TZH beim Tragen eines Zweigleins.

Diese Woche haben der Teilzeithund und ich den winterlichen Berliner Tiergarten erkundet. Zwar liegt der etwas weiter weg von unseren normalen Revieren in Friedrichshain, Kreuzberg und Neukölln, aber ab und zu verschlägt es uns in die Nähe. Dann nutzen wir die Gelegenheit, dort einen schönen langen Spaziergang zu machen. Im Sommer begeistern TZH vor allem die vielfältigen Bademöglichkeiten. Auch andere nette Hunde trifft sie dort jedes Mal. Umstellen musste nur ich mich: Während in unseren Heimatkiezen „Der ist ja süß – was ist denn da alles drin?“ nie die falsche Frage den Begleitmenschen von anderen Hunden gegenüber ist, habe ich im Tiergarten schon ausgesprochen indignierte Blicke kassiert. Muss ich auf den ersten Blick wissen, dass ein hübscher Zottel kein Bobtail-Mischling, sondern ein exquisiter „Bearded Collie“ ist? TZH hat zum Glück keine Vorurteile Hunden gegenüber, die nur eine einzige Rasse vorweisen können statt gleich drei wie sie. Oder sie lässt sich ihre Überlegenheit einfach charmant nicht anmerken.

Im Winter ist der Tiergarten noch viel schöner als im Sommer. Hier können Mensch und Hund wirklich weiße, unberührte Schneedecken betreten, selten in der Berliner Innenstadt. Ein kleines Winterwunderland: Während im Sommer die Wiesen oft von Menschenmassen belagert werden,  sind jetzt nur noch die ganz hartgesottenen Spaziergänger, Hunde und deren Begleitpersonen und vereinzelte Jogger unterwegs. Bei diesem Wetter schlagen sich auch Dienstleister und Kunde nicht mehr in die Büsche, und so sind selbst die in einigen Ecken des Parks sonst allgegenwärtigen Kondome verschwunden. Sogar die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind scheinbar anderswo unterwegs. (Leinenzwang herrscht in Park überall. TZH und ich persönlich hatten noch nie Ärger, aber ich habe einige empörte Hundebesitzer getroffen, die schon Bußgeld zahlen mussten.) Die einsamen, naturbelassen wirkenden Waldflächen würden die Großstadt vergessen lassen, wäre nicht das leise Dröhnen der Autos von den nahen Straßen, dem man leider nirgendwo entgehen kann.

TZH erschnüffelt verdächtige Blutspuren.

TZH erschnüffelt verdächtige Blutspuren.

TZH war außer sich vor Freude beim Anblick der verschneiten Wäldchen und Wiesen. Sie hat sich leidenschaftlich Schnee gewälzt und versucht, riesige Äste herumzuschleppen, die vermutlich genauso viel wiegen wie der Hund selbst. Auch Menschen wird es im Tiergarten nicht langweilig. Im Park stolpert man immer einmal wieder über Gedenktafel oder Statuen, besondere Gartenanlagen und Kunstwerke. TZH hat sich besonders für eine Steinanlage auf der Skulpturenwiese interessiert. Dieser Altar ist vom Bundeskanzleramt in Minuten zu erreichen. Auf den ersten Blick ist klar, dass er nur für blutige Opferrituale genutzt werden kann. Ob Angela Merkel hier bei Vollmond Menschenopfer darbringt?

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