Im Park mit einer Diebin

Dem Teilzeithund (TZH) geht es schon wieder viel besser. Eben waren wir lange im Kiez spazieren. Dabei soll sie eigentlich noch ein Söckchen über der inzwischen gut verheilten Pfote tragen. Sie hat die erste Socke zerrissen, und danach haben wir das Ersatzsöckchen auch noch verloren. Aber auf dem weichen Schneematsch war das nicht so schlimm.

Gut getarnt: die Diebin im Park.

Gut getarnt: die Diebin vor der Tat.

Vielleicht geht es ihr sogar zu gut? Im Park hat sie einem anderen Hund den Ball geklaut und sich geweigert, ihn wieder herauszurücken. Das hatten wir schon einmal im Sommer; danach allerdings war sie immer eine brave Diebin, die mir die Beute (relativ) schnell und kampflos aushändigte. Heute war ihr Dickkopf ein bisschen peinlich, denn dieses Mal war der Besitzer des bestohlenen Hundes ein spießiger Mann im Punk-Style. Ja, das gibt´s! So einer steht dann mit fünf Piercings im Gesicht neben mir und kommentiert: „Also, das sollte aber nicht passieren.“ Ach was – dabei hatte ich das genauso mit ihr geübt! Schließlich habe ich ihr die Schnauze aufgehebelt, anders ging es nicht. Ein Rückfall in unserer Beziehung.

Vielleicht hätten wir einfach mit der Beute durchbrennen sollen. Der Besserwisser und sein übergewichtiger Hund hätten uns nie eingeholt, und gern habe ich ihnen den Ball nicht gegeben. Aber trotzdem habe ich es mit höflich getan. Wenn TZH schlechte Manieren zeigt, will ich sie nicht noch darin bestärken. Natürlich hatte der Mann viel, viel schlechtere Manieren als TZH, aber die gehen mich nichts an. Zum Glück.

TZH jetzt auf Rosen gebettet. TZH jetzt auf Rosen gebettet.

Diebischer TZH auf Rosen gebettet.

Eine Möglichkeit wäre noch, dass TZH mit willkürlichem Fehlverhalten gegen ihre neue Decke protestiert: Ich fand das altmodische Rosenmuster lustig für eine Hundedecke, und die alte war inzwischen einfach zu dreckig. Mir wurde in drei Tagen allerdings schon von zwei Menschen beschieden, diese Decke sei ZU kitschig. Mag auch TZH keine Rosen? Und zeigt mir auf ihre Art, dass sie immer noch eine gefährliche Wölfin ist?

Alles Unsinn. Mit einem Hund leben bedeutet, sich damit abzufinden: In gewissen Abständen blamiert der seinen Menschen eben gnadenlos. „Also, das sollte aber nicht passieren.“ Ja, ja. Bei den Stichpunkten „Hund blamiert mich“ findet Google mehr als 1,5 Millionen Treffer. Auf der Hitliste ganz oben: Hund pinkelt seinen Menschen, dessen Bekannte oder arglose Fußgänger an, in der Regel  gern vor großem Publikum. Tröstlich für mich, denn dagegen war TZHs Ausfall doch noch gar nichts. Natürlich habe ich TZH schnell wieder verziehen. Gern wäre ich aber dabei, wenn dieser „Punk“ einmal von seinem Hund angepieselt wird. Unwahrscheinlich, denn die beiden hatte ich noch nie zuvor in Kiez getroffen – aber eine Frau darf doch träumen…

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Erziehung, Großstadt, Park, Spaziergang abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Im Park mit einer Diebin

  1. Pingback: Einstein und der Hundeführerschein | Teilzeithund

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s